Samstag, 18.04.2020 - Bild 2: Straßenbahn am Oberstolberger Markt

Fortsetzung unserer Bildreihe "vergessene Bilder Stolbergs".

Wir holen aus vielen Ver√∂ffentlichungen, B√ľchern und¬† sonstigen Schriften w√§hrend der "Corona-Krise" w√∂chentlich ein Bild aus der Vergessenheit ins Bewusstsein zur√ľck.


Bild 2: Straßenbahn am Oberstolberger Markt

Eine Straßenbahn hält am Ende der 50er Jahre am Oberstolberger Markt (Zweifaller Str.).

Ab 20. Oktober 1881 fuhr eine Pferdebahn vom Stolberger Rheinischen Bahnhof (Hauptbahnhof) zur Post. Schon am 3. November 1881 wurde die Strecke verlängert bis Stolberg-Hammer.
Die Umstellung der Pferdebahn auf elektrischen Betrieb erfolgte am 11. September 1897.
Die Straßenbahn war das wichtigste Verkehrsmittel der Stadt.

Am 16. April 1898 wurde die Strecke bis Finkensief und Vicht verlängert.
Und ab 30. April 1909 fuhr die Straßenbahn nach Gressenich und Hamich.
Am 31. August 1909 fuhr sie von Finkensief nach B√ľsbach und Elgerm√ľhle.

Während der Kriegseinwirkungen 1944/45 ruhte der Betrieb. Jedoch ab Juni 1946 fuhr die Straßenbahn wieder. Am 5. Oktober 1959 erfolgte die Umstellung auf Omnibusverkehr.

(Quelle: "Gruß aus Stolberg", Seite 27, Hrsg: Stolberger Heimat- und Geschichtsverein
Bild: aus der Postkartensammlung von Hans Kreitz,
Text: Arbeitskreis Stolberger Geschichte)


Samstag, 11.04.2020 - Bild 1 der "vergessenen Bilder Stolbergs"

In Zeiten der behördlichen Kontakteinschränkungen während der Corona-Krise wollen wir wöchentlich zum Wochenende an "vergessene Bilder Stolbergs" erinnern, die in den vielen Veröffentlichungen und (Privat-) Archiven schlummern.

Da eine Zusammenkunft bei unseren Veranstaltungen zurzeit nicht möglich ist, haben wir uns zum Ziel gesetzt, mit dieser Aktion die Kommunikation und das Wachhalten von Erinnerungen aufrecht zu erhalten.

Heute starten wir mit dem

 

Bild 1:

Die Vennbahn bei der Einfahrt in den Bahnhof Stolberg-Altstadt

 

Zur Eröffnungsfahrt der Vennbahn finden sich am Samstag, dem 30. April 1994, bei strahlend blauem Himmel neben den geladenen Gästen zahlreiche Vennbahn-Freunde in Stolberg Hbf , am Vennbahn-Bahnsteig an Gleis 27 ein, um dem Festakt beizuwohnen und anschließend an der Eröffnungsfahrt von Stolberg Hbf nach Monschau teilzunehmen.

Die zweiteilige Schienenbus-Einheit, die von der D√ľrener Kreisbahn ausgeliehen wurde, ist bis auf den letzten Platz besetzt. Die Ankunft der Vennbahn auf den einzelnen Haltepunkten wird von Musikkapellen begleitet, welche die Fahrg√§ste kurz zum Verweilen bei den organisierten Bahnhofsfesten in Roetgen, Lammersdorf und Monschau einladen.

Am Endbahnhof Monschau schließt die Fahrt mit einem Festakt ab, worauf der Verein Vennbahn e.V. anschließend zu Freibier und Erbsensuppe einlädt.

Nach ca. einst√ľndigem Aufenthalt tritt man die R√ľckfahrt nach Stolberg Hbf an.

(Quelle f√ľr Bild und Text: "Verwaltungsbericht der Stadt Stolberg 1992 - 1998", Text und Foto: Karl Meurer)

Sonntag, 29.03.2020 - "Corona-Krise"

Liebe Vereinsmitglieder,
sehr geehrte Gäste,

leider mussten wir dem Beispiel der √ľbrigen kulturellen Veranstaltungen folgen und unsere Exkursionen und Vortr√§ge im ersten Halbjahr absagen.
Wir leisten damit unseren gesamtgesellschaftlichen Beitrag zur Verlangsamung der Neu-Infektionen. Durch die Vermeidung von Personengruppen wird die Neu-Infizierung mit dem Corona-Virus erschwert.
Zu unseren weiteren Veranstaltungen erhalten unsere Mitglieder - wie gewohnt - eine persönliche Einladung.
Informationen √ľber die kommenden Veranstaltungen (nach Lockerung der beh√∂rdlichen Auflagen) erhalten Sie auf unserer Homepage unter der Rubrik "Veranstaltungen".
Wir w√ľnschen Ihnen besonders in dieser Zeit eine gute Gesundheit.

Donnerstag, 10.10.2019 - Besuch der Feuerwehr Stolberg

Am 10.10.2019 lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. zum Besuch der Stolberger Feuerwache ein. Dort wurden die 16 Teilnehmer von Regina Erschfeld empfangen, die sich √ľber den gro√üen Zuspruch freute.¬†Wegen des gro√üen Interesses wurde noch ein Zusatztermin mit weiteren 19 Teilnehmern durchgef√ľhrt.

Nach einem allgemeinen, sehr informativen Einblick in die Organisation der Stolberger Feuerwehr und ihre dezentralen Strukturen in den Stadtteilen erläuterte sie mit großem Fach- und Hintergrundwissen in anschaulicher Weise die Zusammenarbeit mit Ordnungsamt, Katastrophenschutz der Städteregion und dem Notfalldienst der Deutschen Bahn. Hierbei reicherte sie das theoretische Wissen mit den Erfahrungswerten aus der Praxis an und konnte daher die Informationen lebensnah und erlebnisreich gestalten.

Anschlie√üend f√ľhrte uns Frau Erschfeld in die Atemschutzwerkstatt. Dort wurden sehr ansprechend und informativ Atemschutzmasken, Sauerstoffflaschen und diverses Zubeh√∂r pr√§sentiert.

Anschlie√üend f√ľhrte Frau Erschfeld die Besucher in die Schlauchw√§sche, wo diese die verschiedenen Arten der Schl√§uche und deren speziellen Verwendungszweck sowie die Behandlung und Reinigung nach dem Einsatz kennenlernten. Au√üerdem ergab sich die Gelegenheit, den Trockenturm mit den aufgeh√§ngten Schl√§uchen von innen zu besichtigen.

 

Als abschlie√üendes Highlight erwartete uns die Fahrzeughalle, in der bei der Betrachtung der Ausr√ľstung einzelnen Fahrzeuge nochmals die Verschiedenartigkeit der Eins√§tze deutlich wurden. Je nach Einsatz bei Hochwasser oder Wasserrohrbruch, Verkehrsunfall, Bahnunfall oder im Rettungsdienst kommen verschiedene Fahrzeuge zum Einsatz. Jedes Ger√§t und Zubeh√∂rteil findet auf den Fahrzeugen seinen festgelegten Platz in der vorgesehenen Ordnung, damit alle Einsatzkr√§fte verl√§sslich jedes Ger√§t wiederfinden.

 

 

 

 

 

 

In Stolberg ist die Feuerwehr seit 1884 aktiv. Heute stehen rund um die Uhr insgesamt¬†350 Einsatzkr√§fte, sowohl ehren- als auch hauptamtlich, zum Schutz und Wohl der B√ľrger zur Verf√ľgung ‚Äď sowohl beim abwehrenden als auch beim vorbeugenden Brandschutz.

Die Besucher bedankten sich mit einem anerkennenden Applaus f√ľr die kompetente F√ľhrung. Die Anreicherung der Informationen mit den ausgezeichneten Erl√§uterungen von Praxisf√§llen machte den Besuch bei der Stolberger Feuerwehr zu einem nachhaltigen Erlebnis.

Zum Dank f√ľr das rege Interesse bei den beiden F√ľhrungen lud Frau Erschfeld alle Teilnehmer zu einem kostenlosen Tagesseminar "Brandschutz f√ľr Senioren" ein.

Karl Meurer

Fotos: Helmut Schreiber

Samstag, 28.09.2019, Atelierbesuch bei Monika R√ľtten in J√ľlich

Samstag, 28.09.2019 - Atelierbesuch bei der Diplom-Designerin Monika R√ľtten in J√ľlich

Am Samstag, dem 28.09.2019 lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. zu einem Atelierbesuch nach J√ľlich ein. Die 19 Teilnehmer wurden dort von der Dipl.-Designerin Monika R√ľtten in ihrem Ausstellungsraum erwartet.

Monika R√ľtten hatte seit 1983 an 29 sakralen Fenstergestaltungen mitgewirkt, darunter im Aachener Dom und in der Katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes-Baptist in Stolberg-Vicht.

In ihrer heutigen Schaffensphase verlagerte sich ihr Schwerpunkt thematisch auf Motive in der Natur. Ihren speziellen Ausdruck sucht sie jetzt vornehmlich in der Kombination von Naturelementen ‚Äď z.B. ein Stoppelfeld oder eine Feder ‚Äď mit gestalterischen Elementen aus ihrer Farbpalette.

 

Monika R√ľtten begeisterte die Besucher besonders durch ihre Bereitwilligkeit, sich bei einzelnen Bildern selbst zu outen und die Entwicklung der Objekte w√§hrend der Schaffensperiode im Einzelnen darzustellen. So wurden neben den Naturobjekten besonders Marmormehl-Spachtelmasse, verschiedene Farbpigmente, Acryl-Emulsion, √Ėle, Tinte und viele weitere Materialien eingesetzt.

 

Monika R√ľttens Erl√§uterungen der einzelnen Schaffensschritte und ihre insgesamt freundliche und offene Art der Darstellung begeisterten die Besucher sehr, und w√§hrend der R√ľckfahrt gab es ausreichend Gelegenheit, die nachhaltigen Eindr√ľcke zu besprechen.

Dieser Atelierbesuch war ein nicht alltägliches Erlebnis.

Karl Meurer

Donnerstag, 12.09.2019 - Vortrag "Der Eiserne Rhein"

Vortrag "Der Eiserne Rhein" im Kupferhof Rosenthal

Am Donnerstag, 12.09.2019, 20.00 Uhr lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein im Kupferhof Rosenthal zu einem Vortrag "Der Eiserne Rhein" ein.

Der Gesch√§ftsf√ľhrer, Karl Meurer, beleuchtete die Geschichte der ersten grenz√ľberschreitenden Eisenbahnverbindung von K√∂ln nach Antwerpen.

Am 20.09.2019 veröffentlichten die STOLBERGER NACHRICHTEN den folgenden Artikel von Toni Dörflinger:

Spannend und anschaulich

Karl Meurer referiert auf Einladung des Geschichtsvereins zum Eisernen Rhein

 

Stolberg Mit dem Thema der ‚ÄěEiserne Rhein‚Äú, pr√§sentierte der pensionierte Bundesbahnoberamtsrat Karl Meurer den Besuchern im Saal des Kupferhofes Rosenthal einen spannenden Vortrag. Diesen gestaltete der 70-J√§hrige, der allein 44 Jahre in Diensten der Deutschen Bahn gestanden hatte, anschaulich und √ľberaus lebendig.

Lebendig wurde der Vortrag, dem man anmerkte, dass es das ‚ÄěLeibthema‚Äú des fr√ľheren Bahnbeamten war, allein dadurch, dass Meurer nicht nur die historischen Abl√§ufe anschaulich schilderte, sondern auch auf die Berichte der damaligen Zeitzeugen einging: Zeugen, die unter anderem im Jahre 1841 die Er√∂ffnung der Eisenbahnstrecke von K√∂ln nach Aachen miterlebt hatten und das Ereignis in zeitgen√∂ssischen Berichten mit gro√üer Empathie und Begeisterung wiedergegeben hatten. Untermalt hatte der Bahnexperte seinen Vortrag mit einer Power-Point-Pr√§sentation, in der Kartenmaterial, Fotos der damals beteiligten Personen und errichteten Bauwerke sowie Bilder der ersten, √ľberwiegend aus England stammenden Lokomotiven gezeigt wurden.

Der Vortrag fand auf Einladung des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereines statt. Als Eiserner Rhein wird die in der ersten H√§lfte des 19. Jahrhunderts entstandene Bahnstrecke von K√∂ln nach Antwerpen bezeichnet. Eiserner Rhein deswegen, weil der Schienenstrang, der regelm√§√üig mit Lokomotiven und Waggons befahren wurde, eine √ľber Land f√ľhrende Alternative zum Wasserweg Rhein war. Schlie√ülich hatten damals die Niederl√§nder den G√ľtertransport √ľber den Rhein zum Hafen nach Antwerpen mit hohen Schutzz√∂llen belegt. Darum suchte der junge Staat Belgien, der sich 1830 von den Niederlanden gel√∂st hatte, nach einem anderen, wirtschaftlicheren Transportweg. Ein Transportweg, bei dem Lokomotiven und Schienen zum Einsatz kommen sollten, die man im fr√ľhen 19. Jahrhundert schon in England entwickelt hatte. Demnach kam englische Technologie zum Einsatz, als im Mai 1835 als erste Eisenbahn auf dem europ√§ischen Kontinent in Belgien die Strecke von Br√ľssel nach Mechelen er√∂ffnet wurde.

(1835: Erste belgische Lokomotive: L'Elefant)


Wie Meurer darstellte, wurde von belgischer Seite rasch der Kontakt nach Preu√üen gesucht, um diese Strecke nach K√∂ln zu verl√§ngern. Laut Meurer wurde die Idee in Preu√üen begeistert aufgenommen, so dass sich im K√∂lner und Aachener Umfeld zwei private Eisenbahngesellschaften bildeten. Allerdings hatten die K√∂lner einen Schienenweg geplant, der Aachen und D√ľren ausklammern sollte. Diese Idee gefiel, wie der Bahnexperte schilderte, David Hansemann, dem Pr√§sidenten der damaligen Aachener Handelskammer √ľberhaupt nicht. Er forcierte verst√§ndlicherweise einen Aachener Anschluss. Letztendlich setzte sich Hansemann durch und ‚Äěseine‚Äú Rheinische Eisenbahngesellschaft wurde in den sp√§ten 1830er Jahren mit dem Bau der Strecke von K√∂ln nach Aachen beauftragt. Die f√ľr das Projekt erforderlichen Bahnh√∂fe, Tunnel, D√§mme und Viadukte pr√§sentierte Meurer, indem er stellvertretend einige damalige Bauwerke vorstellte.

Seinen Vortrag schloss Meurer, der 1991 gemeinsam mit seinem Onkel Josef Meurer das lokalgeschichtliche Werk ‚ÄěDampf im Vichtbachtal¬†‚Äď 150 Jahre Eisenbahn in Stolberg‚Äú herausgegeben hatte, indem er auf die Entwicklung der historischen Bahnstrecke nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute einging: Themen waren dabei die Elektrifizierung der Strecke und die Ert√ľchtigung der Linie f√ľr die Hochgeschwindigkeit.

 

Samstag, 24.08.2019 - Exkursion nach Dinant (Belgien)

In der Heimat ehemaliger Stolberger Kupfermeister

Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. besuchte die urspr√ľngliche Heimat der Vorfahren Stolberger Kupfermeister in Dinant (Belgien)

 

Am Samstag, dem 24.08.2019, lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. zu einer¬†Exkursion in die fr√ľhere Heimat eines Teils Stolberger Kupfermeister ein. Die Fahrt der¬†45 Teilnehmer f√ľhrte diesmal in die belgische Stadt Dinant an der Maas.

Im 12. Jahrhundert bl√ľhte in Dinant das erfolgreiche Messinghandwerk und gab der Stadt eine besondere √ľberregionale Bedeutung. Die Bezeichnung ‚ÄěDinanterien‚Äú wurde zum Synonym f√ľr bestimmte in Dinant hergestellte Messingwaren.

Nachdem Karl der K√ľhne, Herzog von Burgund, im Jahre 1466 die Stadt Dinant¬†zerst√∂rt hatte, verlie√üen viele Batteurs, heute Kupfermeister bzw. Kupfer- und Messingschl√§ger genannt, die Stadt und siedelten sich in anderen St√§dten an, so auch in L√ľttich und Aachen, wo sie ein bl√ľhendes Gewerbe aufbauten. Von Aachen kamen auch Kupfermeister nach Stolberg z.B. die Kupfermeister der Familie Momma, die schon in Dinant nachweisbar ist.

Das malerische St√§dtchen faszinierte von Anfang an durch seine pittoresken H√§user, die aber nach der Zerst√∂rung im Ersten Weltkrieg nach alten Ansichten und Pl√§nen wieder neu aufgebaut wurden. Besonders beeindruckend ist die Zitadelle (1818 ‚Äď 1821 erbaut) auf dem hohen Felsen, zu der eine Seilbahn f√ľhrt.

√úberregional bekannt ist die Stiftskirche Notre Dame de Dinant aus dem 13. bis 14. Jahrhundert mit einem kunstvollen Westwerk. Die ehemalige Abtei Notre-Dame de Leffe von 1152 ist der Namensgeber der Biersorte ‚ÄěLeffe‚Äú. Beim gef√ľhrten Stadtrundgang fielen besonders die √ľbermannsgro√üen avantgardistischen Saxophonmodelle auf der Pont Charles de Gaulle sowie verschiedenen Pl√§tzen der Altstadt auf, mit der die Stadt ihren gro√üen Sohn, Adolphe Sax (1814 ‚Äď 1894) feiert.

W√§hrend der R√ľckfahrt war ausreichend Zeit, die vielf√§ltigen Eindr√ľcke zu verarbeiten und sich entspannt √ľber die informative und erlebnisreiche Fahrt auszutauschen.

Text: Verein

Foto: Hubert Dohmen

Sonntag, 11.08.2019 - Ausstellungsbesuch "Medizin-, Pharmazie- und Labortechnik" in der Villa Zinkh√ľtter Hof, Stolberg

Stolberg trifft Penicillin

Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. besuchte die Historische Sammlung ‚ÄěMedizin-, Pharmazie- und Labortechnik‚Äú in Stolberg, Villa Museum Zinkh√ľtter Hof

 

Am Sonntag, dem 11.08.2019, lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. zum Besuch der Historische Sammlung ‚ÄěMedizin-, Pharmazie- und Labortechnik‚Äú in Stolberg, Villa Museum Zinkh√ľtter Hof ein.

In zwei F√ľhrungen illustrierten Herr Dr. med. Hans-Otto Brans und Herr Heinz-G√ľnter Geyr, ehemaliger Mitarbeiter der Fa. Gr√ľnenthal, die st√§ndige Ausstellung der historischen Sammlung ‚ÄěMedizin-, Pharmazie- und Labortechnik‚Äú vom Arbeitskreis um Hartmut Kleis sowie die Sonderausstellung ‚Äě90 Jahre Penicillin (70 Jahre Penicillin in Deutschland)‚Äú.

 

Sir Alexander Fleming entdeckte im Jahre 1928, dass sich in den Resten in einer Petrischale Pilze entwickelten, welche die Bakterien vernichteten. Es folgte eine lange Forschungsreihe. Nach Abschluss von Tierversuchen testete man das neue Mittel 1941 zum ersten Male erfolgreich am Menschen. Der Zweite Weltkrieg zeigte erstmals den Wert von Penicillin dramatisch auf. In den USA produzierten in Vorbereitung auf den D-Day in der Normandie 21 Pharmafirmen 2,3 Millionen Einzeldosen Penicillin. Das brachte viele amerikanische Soldaten lebendig nach Hause.
1945 erhielt Fleming mit anderen den Nobelpreis f√ľr Medizin.

Da das Penicillin anfangs noch nicht patentgesch√ľtzt war, startete Dr. Heinrich M√ľckter bei der Firma Gr√ľnenthal im Jahre 1946 den Nachbau. Wegen zu starker Verunreinigungen wollte man den Stoff zun√§chst nicht zur Injektion freigeben und versuchte sich stattdessen im Jahre 1948 an einer Salbe. Das Material f√ľr die Metalltuben besorgte man sich wegen der Materialknappheit aus Flugzeugschrott. Nach weiterer technischer und pharmakologischer Entwicklung setzte in der Nachkriegszeit das Penicillin seinen Siegeszug in Deutschland an.
[Quelle: Texte der Sonderausstellung ‚Äě90 Jahre Penicillin‚Äú].

Herr Dr. Brans f√ľhrte die Teilnehmer sehr anschaulich durch die Geschichte der Medizin und Pharmazie. Die in den zahlreichen Vitrinen ausgestellten Exponate erinnerten an Nachkriegsfilme um Dr. Sauerbruch, seine Utensilien und Werkzeuge. Die Vielzahl der Fachgebiete reichte von der Geburtszange bis zum Aderlassmesser, von Schr√∂pfgl√§sern bis zu den gro√üen gl√§sernen Glasballons zur Destillierung. Ebenso vermittelten Laborger√§te einen Eindruck von historischer Arbeit in der Welt der Pharmazie.

Die beiden F√ľhrungen machten diesen Besuch zu einer sehr informativen und z.T. unterhaltsamen Veranstaltung.

Karl Meurer

 

Fotoautor: Hubert Dohmen