Samstag, 06.10.2016 - Besuch der Ausstellung ├╝ber Herzog Wilhelm V. in J├╝lich

"Der reiche Herzog" wird 500 Jahre alt


Anl├Ąsslich des 500. Geburtstags von Herzog Wilhelm V. von J├╝lich Kleve-Berg (1516 - 1592) lud das Museum der Zitadelle J├╝lich zu einer besonderen Ausstellung ├╝ber das Leben und Wirken dieses bedeutenden Herrschers ein. Da Herzog Wilhelm V. ebenfalls der Herrscher ├╝ber die Stolberger Unterherrschaft zu Zeiten von Hieronymus von Efferen war, gab es f├╝r den Stolberger Heimat- und Geschichtsverein quasi die Verpflichtung, diese Ausstellung am 6. Oktober 2016 mit einer Gruppe von 21 Teilnehmern zu besuchen.

In seiner professionellen F├╝hrung erl├Ąuterte der Direktor des Museums und Kurator der Ausstellung ├╝berWilhelm V., Herr Guido van Buhren, zur Einstimmung zun├Ąchst die Au├čenanlagen. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1547 lie├č Herzog Wilhelm V. die Stadt J├╝lich als ideale Stadt- und Festungsanlage mit einem v├Âllig neuen Stra├čenraster erstehen.┬á Im Zentrum steht das um 1549 als neue Residenz im Stile der r├Âmischen Hochrenaissance errichtete Schloss, das von den Zeitgenossen als so sch├Ân und stattlich angesehen wurde, "dass selbst der Kaiser darin h├Ątte wohnen k├Ânnen."

Erstaunlich zu h├Âren, dass zu dieser Zeit ein Herrscher mit seinem Hofstaat w├Ąhrend des ganzen Jahres stets von Pfalz zu Pfalz zog, um sich im Schloss nur ca. 6 Wochen aufzuhalten. Dann waren die Vorr├Ąte ersch├Âpft. Bei Engp├Ąssen kam es sogar vor, dass die umliegenden Kl├Âster angewiesen wurden, die inzwischen zur Neige gehenden Vorr├Ąte des Herrschers neu aufzuf├╝llen.

Zum unterhaltsamen Teil des bewegten Herrscherlebens geh├Ârte sicherlich die gut dokumentierte Hochzeitsfeier seines Erbsohnes Johann Wilhelm mit Jakobe von Baden am 16. Juni 1585. In den folgenden acht Tagen genossen ca. 1.500 G├Ąste die Feierlichkeiten in Form von Festbanketten, T├Ąnzen, Turnieren und Feuerwerken. Selbst K├╝chenzettel geben als prim├Ąre Dokumente Auskunft ├╝ber den Speisezettel und die zu beschaffenden Vorr├Ąte. Das Fest stellte einen H├Âhepunkt herrschaftlicher Pracht am Rhein zur Zeit der Renaissance dar. "Dieser hochzeitliche Ehrentag ist gar herrlich, f├╝rstlich und pr├Ąchtig zugegangen, wie sich bei solchem m├Ąchtigen F├╝rsten wohl geziemt", kommentierte der K├Âlner B├╝rger Hermann Weinsberg.

Durch dieses Fest mit seiner Au├čenwirkung dokumentierte Wilhelm V. allen Nachbarn, dass er trotz der Reformationsbestrebungen und gelebter Toleranz f├╝r seine Untertanen weiterhin fest zum katholischen Glauben stehe. Er geh├Ârte der F├╝rstengeneration an, die 1555 den Augsburger Religionsfrieden geschlossen hatte. Zum Ende des 16. Jahrhunderts verh├Ąrteten sich jedoch wieder die Fronten. Wilhelm V. nahm eine vermittelnde Position zwischen Katholiken, Lutheranern und Calvinisten ein. Er sah sich mit seinem Handeln ausschlie├člich Gott gegen├╝ber in der Verantwortung. So setzte er die Politik seines Vaters fort und nahm mit eigenen Kirchenordnungen Einfluss auf die kirchlichen Verh├Ąltnisse. Letztlich bildeten die Herzogt├╝mer J├╝lich-Kleve-Berg eines der wenigen gemischt-konfessionellen Gebiete im Reich (Quelle: Ausstellungstext).

Die Ausstellung war durch verschiedene multimediale Exponate sehr informativ und unterhaltsam gestaltet und vermittelte einen guten Einblick in die Lebensverh├Ąltnisse und das h├Âfische Leben im 16. Jahrhundert.

Karl Meurer, Foto: Verein




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