Samstag, 23.07.2016 Exkursion zu geschichtlichen Highlights im J├╝licher Land


Ganztagsexkursion zu vier verschiedenen geschichtlichen Highlights im J├╝licher Land.


Auch die Kirche sparte Abgaben an die Preu├čen


Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein besuchte am 23.07.16 geschichtliche Highlights im J├╝licher Land


Der Kulturkampf, in dem der preu├čische Staat zunehmend die Verm├Âgensverwaltung der katholischen Kirche beeinflussen und letztlich ├╝bernehmen wollte, eskalierte gegen Ende der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts. Um die finanzielle ├ťbernahme durch die Preu├čen zu verhindern, wurde in M├╝ntz mit Unterst├╝tzung des erzbisch├Âflichen Generalvikariats eine neue Kirche gebaut, um die hierf├╝r ben├Âtigten Finanzmittel dem preu├čischen Staat zu entziehen. Die heutige Pfarrkirche, St. Peter, besuchte der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein am 23. Juli 2016 als erste Anlaufstelle einer Ganztagsexkursion. Dieser "Dom des J├╝licher Landes" erstrahlte nach einem vor├╝bergehend einfachen Dasein heute mit seinen einzigartig bemalten W├Ąnden wieder in seinem urspr├╝nglichen Glanz.

Nicht weit entfernt im J├╝licher Land erhebt sich die romanische bis sp├Ątgotische Kirche, St. Urban, in M├╝ndt. Ihr erster Bau wurde bereits um 650 n.Chr. erw├Ąhnt und gilt als der ├Ąlteste christliche Sakralbau auf dem Land in Deutschland.

Einen Steinwurf entfernt erwartete die Teilnehmer die sehr gepflegte Irmundus-Kapelle auf dem Hahnerhof, die an den Einsiedler und Sch├Ąfer Irmundus erinnert, der im 4. Jahrhundert n.Chr. das J├╝licher Land christianisiert haben soll.

Das Highlight des Tages erwartauf dem Au├čengel├Ąnde in H├Âllenete die Teilnehmer im Ort H├Âllen. Das Amt f├╝r Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) sichert, katalogisiert und archiviert in einem historischen Bauernhof am Fu├če der "Sophienh├Âhe" die vornehmlich im Vorfeld des Braunkohlentagebaus ausgegrabenen arch├Ąologischen Funde. Der Blick in die Werkstatt und auch die Pr├Ąsentation eines teilweise ausgegrabenen r├Âmischen Brunnens in einer kleinen Ausstellung waren schon sehr beeindruckend. H├Âhepunkt der Exkursion aber war die Besichtigung der Rekonstruktion eines eisenzeitlichen Dorfes aus dem 5. bis 1. Jahrhundert vor Chr.. Unter den technischen Bedingungen und mit dem Werkzeug aus der Eisenzeit errichteten die Mitarbeiter des Amtes in Eigenregie ein Wohnhaus, eine Backstube┬á und mehrere Vorratsh├╝tten auf dem Au├čengel├Ąnde. Die mit sehr viel Herzblut und┬á Kompetenz vorgetragenen Erl├Ąuterungen des Leiters des Amtes, Dr. Udo Geilenbr├╝gge, versetzten uns gedanklich in die Eisenzeit und hinterlie├čen bei den Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck. Die Besichtigung dieses "kleinen" Freilichtmuseums war ohne Zweifel der H├Âhepunkt der sehr insgesamt informativen und zudem unterhaltsamen Exkursion.

Karl Meurer
Foto: Helmut Schreiber