11.06.2016 ‚ÄěGent, die pr√§chtige Metropole Ostflanderns an Schelde und Leie‚Äú

Ganztags-Exkursion zum Besuch in Gent/Belgien am 11.06.2016

Am Samstag, 11.06.2016 lud Karl der Große den Stolberger Heimat- und Geschichtsverein mit einer großen Gruppe von 47 Personen zu einem Besuch der drittgrößten Stadt Belgiens nach Gent ein.

Nachdem die Normannen im 9. Jahrhundert das dortige Kloster St. Pieter fast zerstört hatten, ließ Kaiser Karl der Große noch kurz vor seinem Tode das Kloster wieder instand setzen. Um die beiden benachbarten Klöster St. Pieter und St. Buda entstand die Keimzelle der heutigen Stadt Gent.

Gent war - so lernen wir - seit dem 9. Jahrhundert die Drehscheibe f√ľr Korn und Getreide. Seine Lage an der M√ľndung des Flusses Leie in die Schelde war zu damaliger Zeit ein Garant f√ľr kulturelle Bedeutung und wegen des Stapelrechts f√ľr wirtschaftlichen Aufschwung. Bis zur Zerst√∂rung im 16. Jahrhundert war Gent nach Paris die zweitgr√∂√üte Stadt n√∂rdlich der Alpen. Allerdings weckte dieser Wohlstand auch stets Begehrlichkeiten bei Normannen und marodierenden S√∂ldnerbanden.

Erst mit Beginn der Industrialisierung wandelte Gent sich zu Industriestadt.

Aus unserer heutigen Sicht ist es ein Gl√ľcksfall, dass die Stadt im 2. Weltkrieg nicht zerst√∂rt wurde. Hierdurch blieben die historischen Geb√§ude der Altstadt nahezu vollst√§ndig erhalten.

Die √ľberschaubare Altstadt von Gent z√§hlt heute zu den architektonischen Kleinodien, welche die Besucher in ihren Bann ziehen. Der Stadtf√ľhrer, der¬† uns zwei Stunden lang begeisterte, wusste nicht nur um die Erl√§uterung der historischen Geb√§ude, sondern er erl√§uterte auch Teile des kulturellen Lebens in der Stadt:

Dreh- und Angelpunkt der Genter Kulturlandschaft sind die Patronatsfeste der acht Pfarrpatronen, die - √ľbers Jahr verteilt - bei der Bev√∂lkerung die Erinnerung an ihre Schutzheiligen wachhalten. Und die Bev√∂lkerung nimmt das Angebot gerne an, denn man hatte schnell erkannt: "Nur mit Beten allein kommt man nicht in den Himmel. Essen und Trinken geh√∂rt auch dazu. Und so dauerten die Patronatsfeste ganze neun Tage lang. Am 10. Tag ist Ausruhen von diesen Strapazen." (der Stadtf√ľhrer).

Als der Stadtf√ľhrer uns die architektonisch hochmoderne Stadthalle vorstellte, die sich im Ambiente der historischen Bauten etwas sehr modern ausnahm, erkannten wir ein St√ľck heimischen Witz wieder: Die Genter nannten ihre Stadthalle nur den "Schafstall", da die Architektur in gro√üer Dimension daran erinnerte.

Als wir nach zwei Stunden am Kornmarkt unseren Stadtrundgang beendeten war unsere Gruppe sich einig: Der Stadtf√ľhrer hatte unseren Besuch der Stadt zu einem nachhaltigen Erlebnis gestaltet.

"Übrigens ... " gab er uns noch lachend mit auf den Weg: "Der ehemalige Dortmunder Fußballstar Kevin de Bruyne ist in Gent geboren."
Wenn Karl der Große das noch miterlebt  hätte  ... ?

Karl Meurer

 

 

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