Samstag, 24.08.2019 - Exkursion nach Dinant (Belgien)

In der Heimat ehemaliger Stolberger Kupfermeister

Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. besuchte die ursprĂŒngliche Heimat der Vorfahren Stolberger Kupfermeister in Dinant (Belgien)

 

Am Samstag, dem 24.08.2019, lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. zu einer Exkursion in die frĂŒhere Heimat eines Teils Stolberger Kupfermeister ein. Die Fahrt der 45 Teilnehmer fĂŒhrte diesmal in die belgische Stadt Dinant an der Maas.

Im 12. Jahrhundert blĂŒhte in Dinant das erfolgreiche Messinghandwerk und gab der Stadt eine besondere ĂŒberregionale Bedeutung. Die Bezeichnung „Dinanterien“ wurde zum Synonym fĂŒr bestimmte in Dinant hergestellte Messingwaren.

Nachdem Karl der KĂŒhne, Herzog von Burgund, im Jahre 1466 die Stadt Dinant zerstört hatte, verließen viele Batteurs, heute Kupfermeister bzw. Kupfer- und MessingschlĂ€ger genannt, die Stadt und siedelten sich in anderen StĂ€dten an, so auch in LĂŒttich und Aachen, wo sie ein blĂŒhendes Gewerbe aufbauten. Von Aachen kamen auch Kupfermeister nach Stolberg z.B. die Kupfermeister der Familie Momma, die schon in Dinant nachweisbar ist.

Das malerische StĂ€dtchen faszinierte von Anfang an durch seine pittoresken HĂ€user, die aber nach der Zerstörung im Ersten Weltkrieg nach alten Ansichten und PlĂ€nen wieder neu aufgebaut wurden. Besonders beeindruckend ist die Zitadelle (1818 – 1821 erbaut) auf dem hohen Felsen, zu der eine Seilbahn fĂŒhrt.

Überregional bekannt ist die Stiftskirche Notre Dame de Dinant aus dem 13. bis 14. Jahrhundert mit einem kunstvollen Westwerk. Die ehemalige Abtei Notre-Dame de Leffe von 1152 ist der Namensgeber der Biersorte „Leffe“. Beim gefĂŒhrten Stadtrundgang fielen besonders die ĂŒbermannsgroßen avantgardistischen Saxophonmodelle auf der Pont Charles de Gaulle sowie verschiedenen PlĂ€tzen der Altstadt auf, mit der die Stadt ihren großen Sohn, Adolphe Sax (1814 – 1894) feiert.

WĂ€hrend der RĂŒckfahrt war ausreichend Zeit, die vielfĂ€ltigen EindrĂŒcke zu verarbeiten und sich entspannt ĂŒber die informative und erlebnisreiche Fahrt auszutauschen.

Text: Verein

Foto: Hubert Dohmen

Sonntag, 11.08.2019 - Ausstellungsbesuch "Medizin-, Pharmazie- und Labortechnik" in der Villa ZinkhĂŒtter Hof, Stolberg

Stolberg trifft Penicillin

Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. besuchte die Historische Sammlung „Medizin-, Pharmazie- und Labortechnik“ in Stolberg, Villa Museum ZinkhĂŒtter Hof

 

Am Sonntag, dem 11.08.2019, lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. zum Besuch der Historische Sammlung „Medizin-, Pharmazie- und Labortechnik“ in Stolberg, Villa Museum ZinkhĂŒtter Hof ein.

In zwei FĂŒhrungen illustrierten Herr Dr. med. Hans-Otto Brans und Herr Heinz-GĂŒnter Geyr, ehemaliger Mitarbeiter der Fa. GrĂŒnenthal, die stĂ€ndige Ausstellung der historischen Sammlung „Medizin-, Pharmazie- und Labortechnik“ vom Arbeitskreis um Hartmut Kleis sowie die Sonderausstellung „90 Jahre Penicillin (70 Jahre Penicillin in Deutschland)“.

 

Sir Alexander Fleming entdeckte im Jahre 1928, dass sich in den Resten in einer Petrischale Pilze entwickelten, welche die Bakterien vernichteten. Es folgte eine lange Forschungsreihe. Nach Abschluss von Tierversuchen testete man das neue Mittel 1941 zum ersten Male erfolgreich am Menschen. Der Zweite Weltkrieg zeigte erstmals den Wert von Penicillin dramatisch auf. In den USA produzierten in Vorbereitung auf den D-Day in der Normandie 21 Pharmafirmen 2,3 Millionen Einzeldosen Penicillin. Das brachte viele amerikanische Soldaten lebendig nach Hause.
1945 erhielt Fleming mit anderen den Nobelpreis fĂŒr Medizin.

Da das Penicillin anfangs noch nicht patentgeschĂŒtzt war, startete Dr. Heinrich MĂŒckter bei der Firma GrĂŒnenthal im Jahre 1946 den Nachbau. Wegen zu starker Verunreinigungen wollte man den Stoff zunĂ€chst nicht zur Injektion freigeben und versuchte sich stattdessen im Jahre 1948 an einer Salbe. Das Material fĂŒr die Metalltuben besorgte man sich wegen der Materialknappheit aus Flugzeugschrott. Nach weiterer technischer und pharmakologischer Entwicklung setzte in der Nachkriegszeit das Penicillin seinen Siegeszug in Deutschland an.
[Quelle: Texte der Sonderausstellung „90 Jahre Penicillin“].

Herr Dr. Brans fĂŒhrte die Teilnehmer sehr anschaulich durch die Geschichte der Medizin und Pharmazie. Die in den zahlreichen Vitrinen ausgestellten Exponate erinnerten an Nachkriegsfilme um Dr. Sauerbruch, seine Utensilien und Werkzeuge. Die Vielzahl der Fachgebiete reichte von der Geburtszange bis zum Aderlassmesser, von SchröpfglĂ€sern bis zu den großen glĂ€sernen Glasballons zur Destillierung. Ebenso vermittelten LaborgerĂ€te einen Eindruck von historischer Arbeit in der Welt der Pharmazie.

Die beiden FĂŒhrungen machten diesen Besuch zu einer sehr informativen und z.T. unterhaltsamen Veranstaltung.

Karl Meurer

 

Fotoautor: Hubert Dohmen

Donnerstag, 25.07.2019, - GefĂŒhrter Altstadtrundgang in Köln - Besuch des Farina-Museums

„Die Römer“ treffen „Eau de Cologne“

Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. besuchte das „altrömische Köln“ und das Duftmuseum des Hauses Farina

 

Am Donnerstag, dem 25.07.2019, lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. zu einer Zeitreise in die GrĂŒnderjahre der ersten römischen Stadtsiedlung in Köln. Auf den Spuren der Römer entdeckten die 31 Teilnehmer ausgegrabene und konservierte Teile der „Colonia Claudia Ara Agrippinensum (CCAA)“. In der heutigen Zeit findet man bei Bauarbeiten in der Altstadt hĂ€ufig Reste der römischen Stadtmauer mit ihren WachtĂŒrmen und Stadtvillen.
Da die Bevölkerung sehr schnell auf 20.000 Einwohner anwuchs und die Römer mit einem ausgeklĂŒgelten Rohrsystem ihr Abwasser in den Rhein leiteten, versorgten sie sich mit Frischwasser aus der Eifel. Mit den gemauerten AquĂ€dukten ĂŒberwanden sie mit natĂŒrlichem GefĂ€lle die Zulaufentfernung bis zu 130 km.
Bei dem gefĂŒhrten Altstadtrundgang beeindruckte besonders das Fragment eines römischen Stadttores, welches die GrĂ¶ĂŸe des Original-Stadttores mit ca. 18 m Höhe erahnen lĂ€sst. Zwei der sich anschließenden römischen Hauptverkehrsachsen, sind die heutige Einkaufsmeilen, Hohe Straße und Schildergasse. Weitere konservierte Ausgrabungen fanden sich im „unterirdischen Köln“, da die römische Straßenebene ca. 5 – 6 Meter unter dem heutigen Straßenniveau liegt. Gezielt steuerte der StadtfĂŒhrer Fragmente der gemauerten römischen Abwasserleitung und der Frischwasserleitung an. Durch die lebendigen ErlĂ€uterungen wurde den Teilnehmern ein nachhaltiger Eindruck von römischer Ingenieurskunst vermittelt.

Zweiter Exkursionspunkt war am Nachmittag das „Geburtshaus der Eau de Cologne“, das Duftmuseum im Haus Farina. Der ParfĂŒmeur Johann Maria Farina benannte 1709 den berĂŒhmten Duft nach seinem Wohnort: Eau de Cologne. Dies begrĂŒndete den Erfolg der Parfum-Dynastie Farina. Weil es im 18. Jahrhundert gab es keine Patentrechte gab entstanden viele Nachahmerprodukte des Parfums, darunter auch 4711. Kunstbezogene Artefakte, Fotos und Möbel zeugen von den weltweiten Verbindungen zur Parfum-Dynastie der Farina. Im Museum konnten die Teilnehmer im Rahmen der FĂŒhrung verschiedene Essenzen riechen. Detaillierte Beschreibungen von der Extraktion der Essenzen bis hin zur Entwicklung von Parfums aus Blumen vermittelten das unbestreitbare Talent des Parfumeurs.

 

15.07.2019 - Exkursion zur ehemaligen Reichsabtei in Aachen-Burtscheid

Exkursion zur ehemaligen Reichsabtei in Burtscheid

 

Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. veranstaltete am 13.07.2019 eine Exkursion zur ehemaligen Reichsabtei in Aachen-Burtscheid.

Kai­ser Ot­to III. (Re­gie­rungs­zeit 996-1002) und Gregor von Kalabrien stifteten im Jahre 997 eine Mönchs­ab­tei, die zu­nĂ€chst den hei­li­gen Apol­li­na­ris und Ni­ko­laus ge­weiht war. Mit Fer­tig­stel­lung der ers­ten Ab­tei­kir­che 1016 / 1018 wur­de sie je­doch Jo­han­nes dem TĂ€u­fer ge­wid­met. Im Jahr 1220 wurden die Be­ne­dik­ti­ner­mön­che durch Zis­ter­zi­en­se­rin­nen vom Aa­che­ner Sal­va­tor­berg er­setzt. Die Äb­tis­sin­nen hat­ten Sitz und Stim­me auf den Reichs­ta­gen, doch ge­hör­te das Klos­ter kei­nem Reichs­kreis an. Die Äbtissin Anna Raitz von Frentz, eine Verwandte des damaligen Stolberger Burgherrn Ferdinand Raitz von Frentz zu Kendenich, erbaute 1644 das imposante Abteitor.
Nach ei­ner letz­ten wirt­schaft­li­chen BlĂŒÂ­te im 18. Jahr­hun­dert wur­de die Ab­tei 1794 von den Franzosen auf­ge­ho­ben, die Ab­tei­kir­che 1806 zur Pfarr­kir­che, der Ort Burt­scheid zum Haupt­ort des Kan­tons Borcet­te, un­ter preu­ßi­scher Herr­schaft BĂŒr­ger­meis­te­rei, bis 1897 die Ein­ge­mein­dung nach Aa­chen er­folg­te.
Neben dem Abteitor beeindruckte die dominierende ehemalige Abteikirche St. Johann Baptist mit ihrer Schatzkammer die Teilnehmer. Die Exponate in der Schatzkammer, die im ehemaligen Kreuzgang der Abteikirche eingerichtet wurde, erhielten durch die ausgezeichnete FĂŒhrung des Vorsitzenden der Gesellschaft Burtscheid fĂŒr Geschichte und Gegenwart e.V., Dr. Holger A. Dux, einen Hauch von Leben und Geschichte. Sehr beeindruckend waren GewĂ€nder und Monstranzen sowie weitere sakrale GegenstĂ€nde und Reliquien aus frĂŒhen Jahrhunderten, besonders die Nikolaus-Ikone, eine Mosaik-Ikone aus Konstantinopel und die Evermarius-BĂŒste mit dem Haupt des heiligen Evermarius.

Ein weiterer Besuch galt der benachbarten Pfarrkirche, St. Michael, der ehemaligen „Leutkirche“ der Abtei. Sie ist die Ă€lteste Pfarrkirche von Burtscheid. Erstmals erwĂ€hnt 1252 wurde sie 1751 im strengen französischen Barockstil neu erbaut. Das lange Kirchenschiff weist darauf hin, dass hier eine Kirche fĂŒr die GlĂ€ubigen errichtet wurde, wĂ€hrend die Abteikirche den Klosterangehörigen vorbehalten war.

Die hochqualifizierte FĂŒhrung des Historikers, Herrn Dr. Holger Dux, machte diese Exkursion zu einem nachhaltigen Erlebnis.

Foto: Hubert Dohmen

Sonntag, 17.03.2019 Tag der Geschichte

Am Sonntag, dem 17.03.2019 hat der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. im Historischen Rathaus der Kupferstadt Stolberg am diesjÀhrigen "Tag der Geschichte" teilgenommen.

Unser Informationsstand war wieder optimal im Foyer aufgebaut und natĂŒrlich wĂ€hrend der Öffnungszeit von 11.00 - 17.00 Uhr stĂ€ndig mit mindestens zwei Mitgliedern besetzt. Allein schon durch die rĂ€umliche NĂ€he - auch zu den benachbarten geschichtstreibenden Vereinen und zum Stadtarchiv - ergaben sich viele interessante und informative GesprĂ€che. In ansprechender Form haben wir wieder unser Antiquriat angeboten, das auf großes Interesse stieß. Wie in den letzten Jahren stellt der "Tag der Geschichte" fĂŒr uns eine wichtige SĂ€ule unserer Öffentlichkeitsarbeit dar, bei der wir wieder unter Mithilfe unserer Vorstandsmitglieder PrĂ€senz zeigen und fĂŒr unseren Verein Mitgliederwerbung betreiben konnten.

Karl Meurer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer
Foto: Karl Meurer

Donnerstag, 17.01.2019 - Mitgliederversammlung

Donnerstag, 17.01.2019 - Mitgliederversammlung 2019


Am Donnerstag, 17.01.2019, 20.00 Uhr fand beim Stolberger Heimat- und Geschichtsverein die diesjÀhrige Mitgliederversammlung statt.

Neben den Jahresberichten des Vorstands war eine Vielzahl von Tagesordnungspunkten abzuarbeiten.


Die Jahresberichte wurden gekrönt durch einen fantastisch aufbereiteten digitalen Bildvortrag des Vorsitzenden, Helmut Schreiber, der in inzwischen bewĂ€hrter und ansprechender Weise die Highlights des Vereins in 2018 prĂ€sentierte. In einer Vielzahl von Bildern gab die RĂŒckschau "Wir ĂŒber uns in 2018" einen bunten Überblick ĂŒber die AktivitĂ€ten des Vereins im abgelaufenen Jahr.

Nach den Jahresberichten des Vorstandes und dem Bericht der KassenprĂŒfer wurde der Vorstand einstimmig entlastet.


Anschließend standen die Neuwahlen des Vorstands an.

Da Helmut Schreiber aus AltersgrĂŒnden nicht mehr fĂŒr den Vorsitz kandidierte, verabschiedete er sich von seinen "alten" Vorstandskollegen und dankte ihnen fĂŒr die bisherige freundschaftliche, fachkundige und konstruktive Zusammenarbeit. In besonderer Weise dankte er dem bisherigen Beisitzer, Rudi Dreuw, der ebenfalls auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausschied, und unterstrich diesen Dank mit einem kleinen PrĂ€sent.


Als Wahlleiterin schlug der Vorstand aus den Reihen der Mitglieder die Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Stolberg, Hildegard Nießen, vor, die auch einstimmig gewĂ€hlt wurde und ihr Amt in bewĂ€hrter und kompetenter Weise wahrnahm.

In den neuen Vorstand wurden einstimmig gewÀhlt:

Vorsitzender: Werner Schindler bisher Stellvertretender Vorsitzender
Stellvertretender Vorsitzender: Klaus-Dietfried BĂŒttner-Zedlitz bisher Beisitzer
Kassierer: Rainer Vogt Wiederwahl
GeschĂ€ftsfĂŒhrer: Karl Meurer Wiederwahl
Beisitzer: Hubert Dohmen Wiederwahl
Beisitzer: Josef Schoenen Wiederwahl
Beisitzerin: Gisela Menden Neuwahl
Beisitzerin: Ulrike Clahsen Neuwahl
Beisitzer: Josef Lang Neuwahl

 

Der Vorsitzende, Werner Schindler, begrĂŒĂŸte die neu gewĂ€hlten Vorstandsmitglieder in den Reihen des Vorstandes und freute sich auf die FortfĂŒhrung der bisher im Vorstand geĂŒbten freundschaftlichen und konstruktiven Zusammenarbeit.

Bei der Wahl der KassenprĂŒfer wurden die bisherigen Amtsinhaber fĂŒr die nĂ€chste Wahlperiode einstimmig bestĂ€tigt:

KassenprĂŒfer: Albert Steyns Wiederwahl
KassenprĂŒfer: Rita Herff

Wiederwahl


Im Tagesordnungspunkt 6. erlĂ€uterte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer, Karl Meurer, den mit den Einladungen versandten Entwurf der beabsichtigten SatzungsĂ€nderungen, die durch die Mitgliederversammlung einstimmig genehmigt wurden.

Anschließend ehrte der neue Vorsitzende, Werner Schindler, vier Mitglieder fĂŒr ihre 25-jĂ€hrige Mitgliedschaft. Er sprach ihnen einen besonderen anerkennenden Dank aus und unterstrich dies mit einem BuchprĂ€sent.


Ein besonderes Highlight der Veranstaltung wurde die Wahl des bisherigen Vorsitzenden, Helmut Schreiber, zum Ehrenvorsitzenden. In seiner Laudatio hob der Vorsitzende, Werner Schindler, die besonderen Leistungen von Helmut Schreiber hervor. Seine langjĂ€hrige TĂ€tigkeit im Vorstand des Vereins, sein außerordentliches Engagement als Autor und Co-Autor und sein stets erfolgreiches Wirken bei den Veranstaltungen (FĂŒhrungen, Weihnachtsmarkt) prĂ€gten unseren Verein nachhaltig.


Eine Ehrung erfuhr darauf seine Ehefrau, Anna Katharina Schreiber, die einstimmig zum Ehrenmitglied gewĂ€hlt wurde. In ihrer Laudatio hob Werner Schindler ebenfalls ihr außerordentliches Engagement als Autorin einer Vielzahl von BĂŒchern ĂŒber die regionale Geschichte hervor, welches durch den Verkauf der BĂŒcher auch zur gesunden wirtschaftlichen Situation des Vereins beigetragen hat.


In die Zukunft blickend stellte der neue Vorsitzende die Vorschau auf die Veranstaltungen im 1. Halbjahr 2019 vor.


Unter dem Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" stellte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer, Karl Meurer, die Neugestaltung des Aufnahmeantrags vor. Da bei der Aufnahme als Vereinsmitglied bereits gesetzliche Auflagen der EuropĂ€ischen Datenschutzgrundverordnung zu erfĂŒllen waren, musste das Formular um eine Seite auf drei Seiten erweitert werden. Das Formular ist ab sofort auf der Internetseite unter der Rubrik "Mitglied werden" verfĂŒgbar. Es kann aber auch beim GeschĂ€ftsfĂŒhrer per Post oder E-Mail angefordert werden.


Abschließend dankte der Vorsitzende, Werner Schindler, den anwesenden Mitgliedern fĂŒr ihre Kooperation und ihr Vertrauen. Er sagte zu, dass der neue Vorstand die anstehenden Aufgaben im Verein in bisher erfolgreich geĂŒbter Weise nahtlos fortfĂŒhren werde.

Er dankte allen fĂŒr Ihre Aufmerksamkeit und BeitrĂ€ge und freute sich auf ein Wiedersehen bei der kommenden Veranstaltung am 21.02.2019 zum Vortrag der Kunsthistorikerin, Andrea Prym-Bruck, ĂŒber die "Sprechenden Steine" auf dem Stolberger Kupfermeisterfriedhof. Der Vortrag findet statt um 20.00 Uhr im Kupferhof Rosenthal. Die Einladungen werden in KĂŒrze versandt.

Der Vorsitzende beendete die Veranstaltung unter dem Applaus der Mitglieder.

Karl Meurer

 

 

Samstag, 25.08.2018 - Die historische Stadt Visé und das Fort Eben Emael am Albertkanal

FĂŒr Samstag, dem 25.08.2018, lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e.V. zu einer Ganztagsexkursion mit dem Reisebus ins geschichtstrĂ€chtige Nachbarland Belgien ein. Bei gutem Reisewetter zeigte sich die historische Stadt VisĂ© von ihrer besten Seite und beeindruckte die 36 Teilnehmer unserer Gruppe.


Die Stadt VisĂ©, auf flĂ€misch WĂ©zet, liegt 35 km westlich von Aachen an der Maas und ist die nördlichste Stadt der Wallonie. Neben dem zum Sitz eines FĂŒrstbistums aufgestiegenen LĂŒttich geriet die ehemalige Bedeutung der Stadt VisĂ© in Vergessenheit. Dabei birgt die Martinus-Stiftskirche den Ă€ltesten im Maasgebiet erhaltenen Reliquienschrein, in dem die Gebeine des heiligen Hadelinus aufbewahrt werden, der von 617 bis 690 lebte. Ihre BlĂŒtezeit erlebte die Stadt vom 9. bis zum 13. Jahrhundert.


Das Fort Eben-Emael nahe LĂŒttich war Ziel des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins, um in die regionale Geschichte unserer belgischen Nachbarprovinz  einzutauchen. Es wurde in den Jahren 1932 – 39 erbaut und gehörte als Anlage zwischen der Maas und dem Albert-Kanal zu einem groß angelegten Verteidigungsring rund um LĂŒttich. Am 10. Mai 1940 wurde das Fort Eben-Emael von deutschen Truppen die mittels Segelfliegern, die zerstörerische Sprengbomben abwarfen, zerstört und dient heute als Mahnmal fĂŒr den Frieden. Eine reprĂ€sentative FĂŒhrung und Schilderung der damaligen VerhĂ€ltnisse und Ereignisse gaben einen Einblick ĂŒber den tragischen Beginn des Zweiten Weltkrieges auch hier im Westen Europas, nachdem deutsche Truppen bereits im Osten Polen ĂŒberfallen hatten.


Text: Helmut Schreiber
Fotos: Hubert Dohmen

Samstag, 23.06.2018 - Besuch der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang

Ganztagsexkursion

Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein besuchte die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang


„Die SS suchen Sie hier vergeblich“ meinte der Referent, der den Teilnehmern der Gruppe des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins zur Einstimmung auf den geschichtlich beeindruckenden Tag zunĂ€chst einen Überblick ĂŒber die Standorte von GebĂ€uden und deren Zweckbestimmung innerhalb der Anlage gab. Sehr engagiert vermittelte der Referent den Eindruck von dem NS-typischen Gigantismus der Bau- und Kunstwerke sowie vom Ausdruck seiner Überheblichkeit und Menschenverachtung.

Zum Erhalt des NS-Systems planten die Nazis vier NS-Ordensburgen mit der Aufgabe, Parteikarrieristen – ohne Ansehen von Bildung oder sozialer Herkunft – auf ihre kĂŒnftigen Aufgaben als politische FĂŒhrer im Dritten Reich, besonders in den neu zu erobernden Gebieten, vorzubereiten.  Die ideologische PrĂ€gung erfolgte durch Vortragsreihen und Seminare, aber auch durch die körperliche Formung mit militĂ€rischem Drill und vielerlei Sport. 
 Eine NS-Ersatzreligion mit Riten und pathetischen Feiern ließ die Ordensjunker glauben, Anteil zu haben an der Schaffung eines „Neuen Menschen“ der Zukunft [NS-Dokumentation Vogelsang]. Eine dieser NS-Ordensburgen war Vogelsang. Da die Anlage wegen des Zweiten Weltkrieges nicht fertiggestellt wurde, hatte sie eine KapazitĂ€t von nur 900 Teilnehmern fĂŒr eine geplante vierjĂ€hrige Ausbildung. Es hat aber - kriegsbedingt – kein Teilnehmer die ganze Ausbildungszeit abgeschlossen. Zum Vernichtungskrieg im Osten eingezogen waren sehr viele der Ordensjunker an NS-Verbrechen beteiligt.

1934 wurde der Grundstein fĂŒr die Anlage der NS-Ordensburg gelegt. Der geplante Lehrbetrieb fĂŒr die NS-Elite endete mit Beginn des 2. Weltkrieges (1.9.1939). In der Folgenutzung zogen „Adolf-Hitler-Schulen“ ein. Nach der Schlacht im HĂŒrtgenwald im Jahre 1945 wollten die siegreichen Amerikaner die Anlage, die im Kriege fast unzerstört geblieben war, sprengen. Die weitere politische Entscheidung der BesatzungsmĂ€chte verlangte aber Unterbringungsmöglichkeiten fĂŒr die Besatzungsarmeen. So blieb die Anlage fĂŒr die Englischen Besatzungstruppen erhalten, die hier 1946 als TruppenĂŒbungsplatz das „Camp Vogelsang“ einrichteten. Im Verlauf dieser Maßnahme wurde das Dorf Wollseifen gerĂ€umt und die Einwohner vertrieben. Von 1950 bis 2005 ĂŒbernahmen die Belgier das Camp und nutzten es als NATO-TruppenĂŒbungsplatz. Nach Beendigung des Kalten Krieges und Abzug des belgischen MilitĂ€rs wurde im Jahre 2006 die Anlage fĂŒr Besucher als „Internationaler Platz (IP)“ geöffnet. Im Jahre 2016 erfolgte dann die Eröffnung des neuen Vogelsang IP mit NS-Dokumentation und Nationalpark-Zentrum Eifel.

Im Anschluss an diese sehr informative und nachhaltig beeindruckende FĂŒhrung durch den Referenten besuchten interessierte Teilnehmer die Ausstellung der NS-Dokumentation und/oder des Nationalparks Eifel.

Auf der RĂŒckfahrt waren sich alle einig: Es war ein sehr informativer und nachhaltig bedrĂŒckender Tag. Neben der Aufarbeitung der dunklen Geschichte vermittelt die ehemalige NS-Ordensburg heute unsere Werte von WertschĂ€tzung, Dialog und Offenheit.
Karl Meurer